Colitis ulcerosa ist, wie Morbus Crohn, eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung.
Schätzungsweise 100.000 bis 150.000 Menschen sind in Deutschland betroffen und jedes Jahr kommen in etwa 3.000-4.000 Neuerkrankungen hinzu. Colitis ulcerosa betrifft oft jüngere Menschen erstmalig, mit einem Häufigkeitsgipfel um das 30. Lebensjahr, und einem zweiten aber geringer ausgeprägten Altersgipfel um das 60. Lebensjahr. Jedoch können chronisch-entzündliche Darmerkrankungen auch bereits in den ersten Lebensjahren auftreten.
Während bei Morbus Crohn der gesamte Verdauungstrakt entzündlich verändert sein kann, ist bei der Colitis ulcerosa der Dickdarm betroffen. Schleimige und blutige Stühle, mehrmals täglich, sind das führende Symptom bei Colitis ulcerosa. Die Patienten klagen typischerweise über krampfartige Bauchschmerzen, die meist im linken Unterbauch und in zeitlichem Zusammenhang mit der Stuhlentleerung auftreten.
Colitis ulcerosa ist eine chronische Erkrankung - die Neigung des Dickdarms zu entzündlichen Veränderungen besteht meist ein Leben lang. Die Erkrankung tritt in der Regel in Schüben auf, d. h. nach einer akuten Entzündungsphase können die Symptome wieder abklingen. Jedoch ist leider weder die Dauer der beschwerdefreien Intervalle noch der Zeitpunkt eines erneuten Schubs vorhersehbar. So ist der Verlauf auch individuell sehr unterschiedlich. Es gibt Patienten, die einen leichten Befall haben, sehr lange symptomfrei sind und nur selten Medikamente brauchen. Auf der anderen Seite benötigen viele Patienten eine medikamentöse Therapie sowohl zur Bewältigung des akuten Krankheitsschubes als auch zur Aufrechterhaltung der beschwerdefreien oder -armen Phase. Einige Patienten bedürfen im Verlauf einer Operation zur Entfernung des Dickdarms, da die Erkrankung medikamentös nicht zu kontrollieren ist.
Je länger die Erkrankung schon besteht, umso schwieriger ist die Rückführung in einen normalen Zustand. Je nach Länge des Krankheitsverlaufes und Ausdehnung des Befalls ist auch das Risiko erhöht, Dickdarmkrebs zu entwickeln. Es ist daher wichtig, Colitis ulcerosa möglichst früh zu diagnostizieren und konsequent zu behandeln. Für die Therapieplanung sind unter anderem die Ausdehnung der entzündlichen Veränderung und der Schweregrad der Entzündung von Bedeutung.
In den letzten beiden Jahrzehnten wurden neue Therapieformen entwickelt, die ganz gezielt in den der Erkrankung zugrunde liegenden Entzündungsprozess eingreifen können. Diese Medikamente, so genannte Biologics, stellen eine innovative Option zur Behandlung der Colitis ulcerosa dar und ergänzen die therapeutischen Möglichkeiten.
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