Morbus Bechterew, auch als ankylosierende Spondylitis bezeichnet, ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung, die hauptsächlich die Wirbelsäule betrifft.
Man geht davon aus, dass etwa 450.000 Menschen in Deutschland an Morbus Bechterew leiden. Meist beginnt die Erkrankung zwischen dem 16. und 45. Lebensjahr, mit einem Maximum in der Mitte des 3. Lebensjahrzehnts.
Das Leitsymptom und zugleich das wichtigste Frühsymptom des Morbus Bechterew ist der entzündliche Rückenschmerz. Dieser tief sitzende Kreuzschmerz tritt bevorzugt nachts auf und zwingt in den frühen Morgenstunden häufig zum Aufstehen und Umhergehen. Im Unterschied zu einem nicht entzündlichen Rückenschmerz bessert sich der Schmerz bei Bewegung. Die Morgensteifigkeit, ein Andauern der Schmerzen über mehr als drei Monate und ein meist langsamer, schleichender Beginn vor dem 40. Lebensjahr sind weitere Kennzeichen des entzündlichen Rückenschmerzes. Zusätzlich können auch entzündliche Veränderungen an weiteren Gelenken (z. B. Knie, Schulter, Finger), Sehnen, Augen sowie der Haut und im Bereich des Darms auftreten.
Der Krankheitsverlauf ist sehr variabel und individuell nicht vorauszusagen. Aktive Phasen mit starken Beschwerden (Schub) können sich mit beschwerdefreien oder beschwerdearmen Intervallen über mehrere Jahre abwechseln. Die chronische Entzündung kann zu Versteifungen im Bereich der Wirbelsäule führen.
Morbus Bechterew ist bis heute leider nicht heilbar, lässt sich aber im Verlauf entscheidend beeinflussen: Wird die chronisch-entzündliche Erkrankung rechtzeitig diagnostiziert und von Anfang an konsequent behandelt, so lassen sich Schmerz und Versteifung möglicherweise frühzeitig einschränken oder sogar verhindern.
Eine wichtige Säule in der Therapie des Morbus Bechterew ist die konsequente und regelmäßige Krankengymnastik: Zur Erhaltung der Beweglichkeit werden die täglichen Übungen am besten morgens durchgeführt, damit sie gegen die Morgensteifigkeit und die damit verbundenen Schmerzen helfen.
In den letzten beiden Jahrzehnten wurden neue Therapieformen entwickelt, die ganz gezielt in den der Erkrankung zugrunde liegenden Entzündungsprozess eingreifen können. Diese Medikamente, so genannte Biologics, stellen eine innovative Option zur Behandlung des Morbus Bechterew dar und ergänzen die therapeutischen Möglichkeiten.
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Deutsche Vereinigung Morbus
Bechterew e.V.
Bundesverband Deutsche
Rheuma-Liga e.V.
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